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EKO Oberhausen

Klinikbeschäftigte warnen vor Personalnot und Zeitdruck

12.09.2017

Beschäftigte der Krankenhäuser haben es schwer, alle vorgeschriebenen und notwendigen Aufgaben auszuführen. Darauf weist ver.di und das Evangelische Krankenhaus Oberhausen (EKO.) im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags »Händedesinfektion« am Dienstag (12. September 2017) hin, an dem sich auch Beschäftigte des EKO beteiligen. Stationsteams aus etlichen Krankenhäusern in ganz Deutschland werden an diesem Tag demonstrativ die sonst fehlende Zeit von der Politik einfordern, um ordnungsgemäß die Hände zu desinfizieren.

»Wir machen damit am Beispiel der Händedesinfektion deutlich: Wenn die Pflegekräfte überlastet sind, bleibt längerfristig etwas auf der Strecke«, erläutert ver.di-Sekretär Björn Jadzinski. »Das kann die Sicherheit der Patientinnen und Patienten gefährden, wenn Politik jetzt nicht schnell reagiert«.

Eine Händedesinfektion soll laut Richtlinien des Robert-Koch-Instituts vor und nach jedem Patientenkontakt 30 Sekunden dauern. Bis zu zwei Stunden braucht eine Pflegekraft pro Schicht für die vorgeschriebene Desinfektion. Wenn dafür die Zeit fehlen sollte, stehen Menschenleben auf dem Spiel.

»Wir tun alles dafür, die Menschen bestmöglich zu versorgen und zu pflegen«, betont Detlef Witt, OP-Pfleger und Vorsitzender der Mitarbeitervertretung am EKO. »Aber über einen längeren Zeitpunkt und noch so viel Einsatz werden wir nicht ausgleichen können, dass an vielen Stellen Personal fehlt«. Bundesweit müsste es nach einer ver.di-Erhebung für eine sichere und gute Versorgung 162.000 Stellen in Krankenhäusern mehr geben, davon 70.000 Pflegefachkräfte.

ver.di fordert verbindliche Personalvorgaben per Gesetz, die für alle Krankenhausbereiche gelten sollen.

Die Bundesregierung hat Personaluntergrenzen für sogenannte pflegesensitive Bereiche auf den Weg gebracht. Aus Sicht von ver.di ist Pflege immer sensitiv, weshalb die noch zu erarbeitenden Vorschriften alle Pflegebereiche abdecken müssen und auch nur ein erster Schritt sein können. Die Personalausstattung müsse sich am konkreten Pflegebedarf der Patienten orientieren, so die Gewerkschaft. Zugleich fordert ver.di die Klinikbetreiber auf, Verantwortung für die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu übernehmen und für Entlastung zu sorgen.

Foto: Wir laden am 12. September 2017 um 13:30 Uhr zu einer öffentlichen »Händedesinfektion« vor dem EKO ein. 

Weitere Informationen: www.klinikpersonal-entlasten.verdi.de

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